Rotierende Schleifwerkzeuge unterliegen beim Einsatz hohen mechanischen Belastungen. Umfangsgeschwindigkeiten von 80 m/s sind heute auf handgeführten Maschinen (z.B. Winkelschleifer) Standard.  Es gibt aber bereits zahlreiche Anwendungen, bei denen die Trennschleifscheibe mit 100 m/s läuft. Bei einer Diamanttrennschleifscheibe mit 300 mm Durchmesser sind das 6.400 Umdrehungen pro Minute. Es lässt sich leicht nachvollziehen, dass selbst bei einem erfahrenen Anwender erhebliche Kräfte auf die geschweißten Segmente einwirken. Um wieviel höher werden die Belastungen sein, wenn das Schleifwerkzeug dann auch noch in einer Art und Weise eingesetzt wird, für die es nicht entwickelt wurde? Fehlanwendungen sind eine häufige Ursache für Werkzeugbruch, verbunden mit einem erheblichen Verletzungsrisiko. 

Unsichere Schleifwerkzeuge – eine Gefahr für Leib und Leben

Die Europäischen Sicherheitsnormen machen Vorgaben, wie bereits bei der Konstruktion der Schleifwerkzeuge bestimmte Sicherheitsfaktoren eingebaut werden können. Dabei werden auch mögliche Fehlanwendungen berücksichtigt.

So fordert beispielsweise die EN 12413 Europäische Sicherheitsnorm für gebundene Schleifmittel, dass Trennschleifscheiben zur Verwendung auf Handschleifmaschinen bei Arbeitshöchstgeschwindigkeit einen Sicherheitsfaktor gegen Bruch durch Fliehkraft von S = 3,5 aufweisen müssen. Ist die Schleifscheibe für 80 m/s ausgelegt, muss sie somit problemlos das 1,87-fache (Bruchfaktor = √S) aushalten.

Bei einem mit oSa® gekennzeichneten Schleifwerkzeug können Sie davon ausgehen, dass der Hersteller es ausgiebig entsprechend den Vorgaben der Norm getestet hat, bevor er die Freigabe zur Serienfertigung erteilt. Für oSa-Mitglieder sind zudem regelmäßige fertigungsbegleitende zerstörende Prüfungen selbstverständlich.

Als Anwender sollten Sie also auf das oSa®-Zeichen achten. Es bietet Ihnen Sicherheit beim Schleifen.

Unfälle mit Schleifwerkzeugen sind leider immer noch alltäglich. Im professionellen Bereich werden diese von den Versicherungsträgern erfasst. Die entsprechenden Statistiken sind geheim. Als oSa wissen wir aber, dass alleine in Deutschland pro Jahr etwa 6.000 meldepflichtige Unfälle passieren, einige davon mit tödlichem Ausgang. Also dort, wo geschultes Personal schleift und trennt. Um wieviel höher ist das Risiko für den Heimwerker, der ein Schnäppchen kauft und seine Gesundheit aufs Spiel setzt, manchmal auch sein Leben? Hier ein Beispiel aus der oSa-Praxis:

Im Herbst 2003 steht eine Frau in den Geschäftsräumen der oSa und bittet um Hilfe. Ihr Schwager hatte in einem bekannten Heimwerkermarkt eine 230 mm Durchmesser Diamant-Trennschleifscheibe gekauft, segmentiert und gesintert. Ein ganz alltägliches Produkt also. Auf dem Kassenbon steht aber leider nur „Werkzeug“, von einer Diamantsäge ist nicht die Rede. Diese sehr allgemeine Bezeichnung wird sich später noch als fatal herausstellen.

Der Hobbyhandwerker spannt zu Hause die Schleifscheibe auf die Maschine. Er schaltet diese ein und verliert einen Sekundenbruchteil später ein Auge. Gleich vier Segmente waren nur lose aufgesteckt und nicht fest mit dem Stammblatt durch Sintern verbunden.

Das ganze hatte sich so bereits im Oktober 2000 zugetragen. Drei Jahre, bevor die Schwägerin die oSa um Hilfe bittet. Drei Jahre, in denen nicht herauszufinden ist, wer dieses gefährliche Produkt importiert oder verkauft hat. Eine alte Prüfnummer auf dem Etikett weist auf einen chinesischen Hersteller hin, doch der Importeur bleibt unbekannt. Mit Verweis auf den Kaufbeleg weist der Baumarkt jede Schuld von sich. Niemand kann für diesen schweren Unfall haftbar gemacht werden. Der Geschädigte steht im Regen. Um der Frau zu helfen, wird unter den oSa-Mitgliedern eine Umfrage gestartet. Vielleicht hat jemand in fraglichen Zeitraum bei eben jenem Baumarkt ein paar Diamantsägen gekauft, um deren Sicherheit zu überprüfen. Das tun Wettbewerber häufiger, das ist Teil der in der oSa praktizierten gegenseitigen Selbstüberwachung. Hier hilft sie leider nicht weiter.

Mit dem Produkt eines oSa-Mitgliedes hätte sich diese Geschichte so nicht zugetragen. Zugegeben, es gibt in der Technik keine 100-prozentige Sicherheit. Aber das System „oSa“ minimiert das Risiko für den Anwender, weil die Hersteller alles unternehmen, um sichere Produkte zu fertigen. Und die oSa überprüft das durch unabhängige Inspektoren vor Ort, auch unangemeldet, wenn es sein muss. Und bei einer oSa®-gekennzeichneten Schleifscheibe kann der Weg jederzeit zurückverfolgt werden, zum Hersteller und bis zum Zeitpunkt der Fertigung. Das sichern wir zu! Dann weiß ein Geschädigter wenigstens, an wen er seine Schadensersatzforderung richten muss.

Alleine in Deutschland gibt es pro Jahr etwa 12.000 Unfälle mit Schleifwerkzeugen, im Profibereich wohlgemerkt. Also dort, wo geschultes Personal schleift und trennt. Um wieviel höher ist das Risiko für den Heimwerker, der ein Schnäppchen kauft und seine Gesundheit aufs Spiel setzt, manchmal auch sein Leben?

Die Marke oSa® – das Zeichen für Sicherheit

Hinter dem oSa®-Markenzeichen steht ein stringentes Aufnahme- und Überwachungssystem für alle Mitglieder der Organisation, um sicherzustellen, dass das Verletzungsrisiko für den Anwender möglichst gering ist. Obligatorische Werksinspektionen durch unabhängige Gutachter und der Nachweis eines zertifizierten Qualitätsmanagement-Systems sind zwingende Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft. Jedes Mitglied hat sich verpflichtet, den gesamten Herstellungsprozess zu überwachen und produktionsbegleitende Fertigungskontrollen nach den EN-Normen durchzuführen. Produkte von oSa-Mitgliedern sind zudem jederzeit rückverfolgbar.

Gehen sie kein unnötiges Risiko ein, wählen Sie das richtige Sicherheitszeichen. Die oSa®-Marke auf Schleifwerkzeugen bietet Ihnen ein Maximum an Sicherheit beim Schleifen:

  • Maximale Anwendungssicherheit
  • Minimierung des Unfallrisikos und Schutz von Leib und Leben
  • Klare Orientierung und Sicherheit bei der Kaufentscheidung

Korrekte Kennzeichnung von Schleifwerkzeugen

Es gibt zahlreiche Werkzeuge, die einfach zu bedienen sind, kaum eine Kennzeichnung aufweisen und ohne Bedienungsanleitung geliefert werden. Dazu gehören beispielsweise Hammer und Schraubendreher. Anders sieht es jedoch mit Schleifwerkzeugen aus. Eine falsch ausgewählte Schleifscheibe oder deren unsachgemäße Bedienung bergen ein großes Verletzungsrisiko.

Die Vielfalt an Größen, Formen und Spezifikationen erfordert deshalb eindeutige Kennzeichnungsregeln. Diese sind in den Europäischen Sicherheitsnormen für Schleifwerkzeuge festgelegt. Leider erfüllen viele Produkte diese Anforderungen nicht und stellen so ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Die klare Botschaft der oSa lautet deshalb: „Hände weg von Produkten, die unvollständig oder gar nicht gekennzeichnet sind!“

Empfehlungen zur sicheren Bedienung von Schleifwerkzeugen

Hersteller von Werkzeugen mit dem oSa-Zeichen

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